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Hefen in der Pferde-Fütterung - nützliche kleine Helfer

Von Sandra Jud

Schon seit Jahrtausenden nutzt der Mensch die positiven Eigenschaften der Hefen für verschiedene Zwecke, wie zum Beispiel zur Herstellung von Backwaren, Bier und Wein. Hefen sind einzellige Pilze und gehören zu der wichtigsten Gruppe von Mikroorganismen mit kommerzieller Bedeutung.

In der Pferde-Fütterung wird vor allem die so genannte Bierhefe eingesetzt. Wie der Name schon verrät, wird diese Hefe in der Bierherstellung verwendet (Vergärung von Zucker zu Alkohol). Nach der Bierherstellung wird die Bierhefe abgetrennt und getrocknet.

Dadurch wird der Stoffwechsel der Hefe gestoppt, bzw. die Hefezelle abgetötet. Positive Eigenschaften ergeben sich aus den wertvollen Bestandteilen der Bierhefe wie hochwertige essentielle Aminosäuren, B-Vitamine und Enzyme, die zudem in sehr hoher Verfügbarkeit vorliegen. Diese Kombination wirkt positiv auf Hufe, Haut und Fell. Ebenso wird die Bierhefe bei Appetitlosigkeit oder allgemeiner Leistungsschwäche eingesetzt.

Die Zellwandbestandteile der Bierhefe haben zudem diätetische Wirkung. Der Einsatz von getrockneter reiner Bierhefe pro Tag wird mit 50 g pro 100 kg Lebendmasse empfohlen, abhängig von der Leistung des Pferdes. Die reine Bierhefe ist im Geschmack sehr speziell, weshalb Bierhefe bei der Trocknung häufig an einen organischen Trägerstoff, wie beispielsweise Biertreber oder Weizenkleie gebunden wird. Dadurch verbessert sich der Geschmack deutlich, zudem erfolgt die Trocknung der Bierhefe dadurch noch schonender.

Hefen können in der Pferde-Fütterung aber auch noch in anderer Weise nützlich sein, nämlich als Probiotika. Im Gegensatz zur getrockneten Bierhefe werden bei der Herstellung von der so genannten Lebendhefe die gezüchteten Hefezellen einer bestimmten Gattung (Saccharomyces cerevisiae) in einem speziellen Trocknungsverfahren in ihrer Entwicklung gestoppt, jedoch nicht abgetötet.

In diesem Ruhezustand werden die noch stoffwechselaktiven Hefezellen in der Pferde-Fütterung eingesetzt. Stoffwechselaktiv bedeutet, dass diese Hefezellen bei bestimmten Bedingungen, wie sie beispielsweise im Darm vorherrschen, ihren Stoffwechsel wieder fortsetzen und so im Dickdarm aktiv sein können. Dort stellen die Lebendhefen das natürliche Gleichgewicht der Darmflora wieder her, wenn dieses durch äußere Einflusse, wie z. B. Stress, Fütterungsfehler u. a. aus dem Gleichgewicht geraten ist. Durch den Verbrauch von Sauerstoff werden unerwünschte Keimarten verdrängt und günstige Bedingungen für erwünschte Mikroorganismen, wie z.B. faserspaltende sowie milchsäurenutzende Bakterien, im Darm geschaffen.
Dadurch wird der pH- Wert im Darm stabilisiert, sowie die Raufutterverdaulichkeit durch eine vermehrte Aktivität faserspaltender Bakterien verbessert. Positive Effekte haben die Lebendhefen dadurch bei Verdauungsstörungen.

Durch die Stimulierung der Darmflora kann zudem die Verwertung wesentlicher Nährstoffe erhöht werden. Positive Effekte konnten sowohl bei Sportpferden als auch bei Fohlen, deren Mütter mit Lebendhefe versorgt wurden, erzielt werden.

In Deutschland unterliegt die Gruppe der Probiotika der futtermittelrechtlichen Überwachung. In der EU sind nur wenige Lebendhefen als Probiotikum in der Pferde-Fütterung zugelassen. Auch sind Einsatzmenge und -zeitpunkt vorgegeben. Die Lebendhefen gelten futtermittelrechtlich als Zusatzstoff, weswegen ein Einsatz nur in Spezialpräparaten möglich ist.

Die Lebendhefe kann nur begrenzte Zeit im Dickdarm überleben und sich deshalb nicht dauerhaft ansiedeln. Sollte die Darmflora im Dickdarm aus dem Gleichgewicht geraten, muss die Lebendhefe darum wieder neu zugefüttert werden. Natürlich muss während des Einsatzes von Lebendhefe zudem nach der Ursache der Verdauungsstörung gesucht werden. Denn es gilt, diese möglichst rasch beseitigen zu können, damit sich wieder ein gesundes Gleichgewicht einstellen kann.

Der Gehalt an Lebendhefe wird nicht in Gramm angegeben, sondern in der Einheit KBE (koloniebildende Einheiten). Dadurch wird deutlich, dass es sich um vermehrungsfähige Mikroorganismen handelt.

Quelle: www.salvana-pferde.de

 
 
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